Arbeitskreis Gesamtschule

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Aktuelles 2017

Im Mitgliederbrief des letzten Jahres haben wir auf die verschiedenen Probleme hingewiesen, unter denen der „normale“ Unterricht heute zu gestalten ist (Inklusion, Flüchtlingskinder und Vertrauensverluste).

Die „Demokratisierung“ des Schullebens mit seinen zusätzlichen Aufgaben bindet die Lehrkräfte stark ein und die Eigenwilligkeit mancher Schüler erschwert den täglichen Unterricht.

Als Lehrerinnen und Lehrer sind wir natürlich aufgefordert, diesen zusätzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Das mit diesem Mehr an Aufwand die Zeit für die Vermittlung von Unterrichtsinhalten verbraucht wird, scheint niemandem bewusst zu sein.

Mit dem „Inklusionsgesetz“ hat die Landesregierung Fakten geschaffen, die nicht nur den Beruf des Lehrers, sondern darüber hinaus das bisherige schulische Bildungssystem in Frage stellt.     

Lehrer sind nicht mehr Personen, die Kinder und Jugendliche durch Erziehung und Bildung auf ihr späteres Leben vorbereiten, sondern lediglich nur noch Begleiter (Betreuer), die jedem Schüler individuell mit Rat und Tat zur Seite stehen sollen.

Denn das Inklusionsgesetz greift in den Unterricht ein und verlangt vom Unterrichtenden eine individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers. „Innere Differenzierung“ wird durch das Inklusionsgesetz verordnet, eine Forderung, die wegen fehlender Voraussetzungen z.Z. nicht erfüllt werden kann.

Einige Elternverbände halten die Inklusion bereits jetzt für gescheitert, und das nicht nur wegen fehlender sächlicher Voraussetzungen. (vgl. WAZ vom 8.2.2017)

Gleichzeitig hat die Landesregierung das „Sterben der Förderschulen“ eingeläutet. In der Politik spricht man von „der normativen Kraft des Faktischen“. Es werden also Fakten geschaffen, die eine Umkehr des „Inklusion – Experiments“ unmöglich macht.

Das „Experiment G8 oder G9“ zeigt die Fragwürdigkeit politischer Entscheidungen. Volksbegehren

In der Flüchtlingsfrage erleben wir täglich die „Handlungsfähigkeit“ unserer Politiker.

Aus Angst, dass die Themen ausgehen, hat unsere Schulministerin einen weiteren Diskussionsbereich geöffnet.

Düsseldorf, 14.02.2017: Neues Onlineportal für die Schulpraxis Ministerin Löhrmann: Geschlechtersensible Bildung ist ein Zukunftsthema

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit: Ein neues Internetportal informiert ab sofort rund um das Thema „Gendersensible Bildung und Erziehung in der Schule“. Das von QUA-LiS NRW (Qualitäts -und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule) in Zusammenarbeit mit dem Schulministerium entwickelte Portal bietet zahlreiche Materialien und Anknüpfungspunkte zur Verbesserung der Chancengleichheit der Geschlechter in der Praxis des Schulalltags und in der Schulentwicklung. Schulministerin Sylvia Löhrmann: „Geschlechtersensible Bildung ist ein Zukunftsthema für die gesamte Gesellschaft. Wir wollen den Blick für die Bedeutung von Genderfragen in der Bildung weiter schärfen. 

Bei so viel Eifer unserer Schulministerin werden langsam die betroffenen Eltern aktiv.

Erfreut haben wir daher zur Kenntnis genommen, dass die Grundlage der von unserer Ministerin häufig zitierten „Handlungsvollmacht“ – der „Elternwille“ – sich von der ideologischen Schulpolitik abzuwenden scheint. Es bilden sich Elternvereine – z.B. „Eltern für eine gute Schule“ - die wieder einen Unterricht einfordern, wie er in unserer Landesverfassung vorgeschrieben ist. 

Liebe Mitglieder des Arbeitskreises Gesamtschule, wir haben uns darauf beschränkt, einige Bemerkungen zu der „Weitsicht“ unseres Arbeitsgebers darzustellen.

Wir selbst erleben in unserem Unterricht die geringe Neigung der Politik sich den tatsächlichen Gegebenheiten unserer täglichen pädagogischen Arbeit zuzuwenden. Es zählt nicht unser täglicher Einsatz für ein gelingendes Miteinander des schulischen Alltags.

Wir wissen, dass der Lehrkörper die wichtigste Ressource im pädagogischen Alltag einer Schule ist, denn "Auf den Lehrer kommt es an."

Was Politiker mit ihrer Schulpolitik verursachen, wird im folgenden Beitrag beschrieben.

29. November 2016: In einem Kommentar kommt der News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek zu folgender Feststellung: Zehn Jahre, so sagen Bildungsforscher, dauert es, bis ein marodes Schulsystem auf Vordermann gebracht werden kann. Wie schnell es umgekehrt geht, eine auch im internationalen Maßstab gut funktionierende Schulform herabzuwirtschaften, wissen wir jetzt: vier Jahre – oder sogar weniger. Vier Jahre sind seit dem letzten Grundschulvergleich TIMSS vergangen, und Deutschland ist in dieser Zeit von einem Platz in der erweiterten Spitze ins graue Mittelmaß abgestürzt. Verwundern darf das niemanden, der mit Bildung zu tun hat. Ärgern schon.

 Auch wenn es manchmal schwer ist: Ohne unsere experimentierfreudige Politik könnte die Schule ein beschaulicher Ort sein, in dem Lehrerinnen und Lehrer ihrer Berufung entsprechend handeln könnten.

Machen wir also weiter wie bisher!

Lassen wir uns von den Berufspolitikern nicht unseren schönen Beruf kaputtmachen.

Der Vorstand

 

Aktuelles 2016

Warum ich gegen inklusive Schulen bin hermann-giesecke

Die zerstörerische Naivität ideologisch motivierter Bildungsreformen

Liebe Mitglieder des Arbeitskreises Gesamtschule,

in dieser Mitgliederversammlung am 30.04.2016 werden wir auch über das Vorhaben Inklusion diskutieren und mögliche Gründe des Gesetzgebers für ein „Inklusionsgesetz“ benennen.In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass NRW bei den Ausgaben für öffentlich Schulen je Schüler im deutschen Ländervergleich mit 6 200 Euro Schlusslicht ist. Im Jahr 2013 gaben die öffentlichen Haushalte für allgemeinbildende Schulen 7 100 Euro je Schülerin und Schüler aus.

Ausgaben Schueler: Statistisches Bundesamt 2016

Mit 15 800 Euro liegen Förderschulen deutlich über dem Durchschnitt aller Schularten.

NRW-Schulen 2014-2015 Auszug aus allgemeinbildende Schulen

Allgemeinbildende Schulen: Schülerzahlen: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 1, 2014/15

Die hohen Kosten könnten somit ein Grund für die Auflösung der Förderschulen sein.

 

Inklusion bedeutet, dass alle Menschen selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und niemand separiert oder sogar ausgeschlossen wird. Das gilt grundsätzlich für alle Lebensbereiche. Auf den Bildungssektor angewendet heißt dies konkret, dass es künftig nur noch "eine Schule für alle" geben soll und Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden.                           https://www.uni-koblenz-landau.de/de/zfuw/inklusion-und-schule

Die Auflösung des gegliederten Schulwesens als Folge von Inklusion könnte ein weiterer Grund sein.

https://www.boell.de/de/2015/11/11/was-fuer-eine-gesellschaft-waere-eine-inklusive-gesellschaft

Was für eine Gesellschaft wäre eine „inklusive Gesellschaft“?

Die Gesellschaft entsteht aus unermesslich vielen Ichs, die alle etwas Eigenes und Einzigartiges in die Waagschale werfen. Eine inklusive Gesellschaft ist gleichzeitig solidarisch, geprägt durch Anteilnahme und Engagement, erklärt Heinz Bude.

Die von den Grünen gewollte Gesellschaftsveränderung könnte sogar der ausschlaggebende Grund gewesen sein. Über ein inklusives Schulwesen, hin zu einer inklusiven Gesellschaft.

Wir schaffen das ! hören wir von den Politikern.

Die Frage aber: Warum brauchen wir ein inklusives Schulsystem? wird nicht gestellt.